Wenn am 1. August 2009 die beiden Lößnitzer
Rene und Andy Bernhardt zu ihrer 25000 km Tour Richtung Osten und Zentralasien aufbrechen, satteln sie natürlich nicht Kamele.
Sie vertrauen ihren KTM 990 Adventure, die die Beiden für die Extremtour mit speziellen Änderungen und eigens
angefertigten
Spezialteilen fit gemacht haben. Das dieses Vorhaben absolut außergewöhnlich ist sieht man schon an den
Eckdaten: 19
Länder in 2 Monaten, 6 Gebirgsketten bis 2500 m, 3 Wüsten, Flussdurchfahrten, Steppen, endlose
Offroadkilometer, riesige
Städte mit den unterschiedlichsten Kulturen und das alles ohne riesiges Team und Begleitfahrzeug.
Eine Mischung von Reise,
Abenteuer und Rallye, auf jeden Fall jedoch die totale Herausforderung.
Auch die Fahrer mussten
Impfungen und ärztliche
Untersuchungen über sich ergehen lassen und auf das eine oder andere Bier verzichten, fit
sein ist wichtig unterwegs in
unbekanntem Land.
Seit über einem Jahr laufen die Vorbereitungen, wobei ein wesentlicher
Teil für die Einholung von
Visa, Zollerklärungen und anderen bürokratischen Hürden gespickt ist.
Die Tour wird Rene und Andy über Polen,
Litauen, Lettland, Estland, Russland in die Mongolei führen. Ulan Bator,
übrigens mit -2°C Durchschnittstemperatur die
kälteste Hauptstadt der Welt, erreichen sie am 21.August. Die
Tagesetappen von 500 bis 900 km sind straff geplant, Termine setzen
Ein- und Ausreise in verschiedenen Staaten. Die Route in
Asien führt meist über unbefestigte Pisten oder quer durchs
Gelände. Über das Altaigebirge sind Pässe in
2500 m Höhe zu bewältigen, die Wüste Gobi mit extremen
Temperaturunterschieden wird eine weitere Belastungsprobe.
Der Rückweg führt aus der Mongolei über Russland,
Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, den Iran,
Aserbaidschan, Georgien, die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Slowakei,
Tschechien zurück in das Erzgebirge.
Ein großer Teil des Weges führt dabei über die legendäre
Seidenstraße, jenem legendären
Handelsweg, mit dem schon im Mittelalter das alte Europa mit dem geheimnisvollen mittleren und
fernen Osten verbunden war.
Natürlich sind auf der Tour Ruhetage geplant, schließlich wollen die beiden Motorradfahrer
auch genügend
Eindrücke von der Kultur der bereisten Länder mitbringen. So sind Aufenthalte in St. Petersburg,
Jekatarienenburg,
Novosibirsk, Ulaan Baatar, Samarkand, Buchara, Istanbul und Burgas geplant. In Tiflis (Tiblissi) besucht Rene
die Tochter
seines Russischlehrers, in Istanbul wird ein örtlicher Motorradclub den beiden Lößnitzern die Stadt am
Bosporus
zeigen.
Wer nun fragt, warum tun sich die Beiden so eine Tor-Tour an? Rene, der sich durchaus zu den Fahrensleuten
zählen kann, die einst Klacks so bewunderte, erfüllt sich mit der Tour einen Lebenstraum. Außerdem ist die Fahrt in den
fernen Osten Härtetest für Mensch, Material und das selbst entwickelte nützliche Zubehör für die KTM
Adventure,
ein an sich schon perfektes Motorrad. Für Sohn Andy, er hat gerade seine Lehre als Kfz-Mechatroniker
frühzeitig beendet, ist
die Reise Belohnung und ein weiteres Highlight in einem abenteuerlichen Motorradleben.
Die
Rückkehr ist ebenso spektakulär, wie die gesamte Reise.
Am 3. Oktober treffen die
beiden Windgesichter im heimatlichen
Erzgebirge ein und fahren direkt in die „Linde“ Affalter, Kultschuppen für
alle Musikfans.
Die Beiden versprechen,
dort die ersten Eindrücke ihrer Reise zu schildern, und werden sich dann, nach
25 000 Kilometern über einen begeisternden
Empfang freuen!
Claus Uhlmann