Balkan Extrem 2011
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Eindrücke und Impressionen der Balkan Extrem Tour 2011


BALKAN 2011... oder wie aus einer gebuchten Panoramatour erst eine Supermoto- und dann eine Balkan Extremtour wurde.


Eigentlich hatte ich mich für die Balkan Panorama Tour angemeldet. Diese wurde aber abgesagt und ich zur Teilnahme an der Supermoto-Tour überredet. „Du bist der einzige der bummeln darf“ war die Zusage von Rene.

Voller Vorfreude und Erwartungen brachen wir am Abend des 02.09.2011 mit dem blauen Sprinter und einem Anhänger voller KTMs in Richtung Österreich auf. In den frühen Morgenstunden erreichten wir Villach - den Ausgangsort für unser Abenteuer.

Durch das Rosenthal in Österreich und über den Loiblpass (1.367m ü. NN) ging es zunächst in die slowenische Hauptstadt, mitten ins Großstadtverkehrschaos. Nachdem wir Ljubljana hinter uns gelassen hatten, fuhren wir durch endlose Waldpassagen mit erstem leichten Offroadanteil ... zum dran gewöhnen … an die kroatische Adriaküste (0m über NN). Weiter ging´s durchs Hinterland an den Fluss Zrmanja, den wir bei tiefster Dunkelheit erreichten und in dessen Nähe wir das erste Nachtquartier bezogen.

Der zweite Tag begann mit einer Morgenwäsche in den Fluten der Zrmanja. Gut erfrischt und munter starteten wir eine Offroadpassage über Schotterpisten, durch Ziegen- und Schafherden hindurch, in Richtung Bosnien.
Irgendwo im bosnischen Niemandsland versuchte ein Polizist, uns an der Weiterfahrt zu hindern. Aufgeregt winkend sprang er auf die Straße und deutete auf eine Umleitung. Durch kollektives Ignorieren seiner Anweisungen landeten wir mitten in einem Dreh des bosnischen Fernsehens (mal sehen in welchem Film wir mitspielen...).

Nach diesem Abstecher fuhren wir durch Sarajevo - mit kurzem Zwischenstopp am Flughafen - weiter nach Montenegro. Bei Einbruch der Dämmerung erreichten wir die Auffahrt zum Durmitor Nationalpark. Durch sehr dubiose, enge und unbeleuchtete Tunnel mit unterirdischen Abzweigungen, fanden wir den Weg in ein kleines Hüttendorf. Beim „Partisan“, der für uns ein halbes Lamm super lecker zubereitete bezogen wir dann auch unser Nachtquartier in kleinen Finnhütten.



Bei Sonnenaufgang sah ich zum ersten Mal die unbeschreiblich schöne Landschaft des Durmitor Nationalparks. Eine herrlich kurvige Panoramastraße führte uns dann zum 1.970m hohen Sedlo. Von da aus fuhren wir bis in die Brauereistadt Niksic.
Von 1.400m ü. NN rollten wir wieder auf 0m ü. NN in die Bucht von Kotor. Nach Umrundung der Bucht, drifteten wir nochmals ins Bergland, durchquerten so fast nebenbei den Lovcen Nationalpark, um dann für einen kurzen Badestopp an die Küste zurückzukehren.
An diesem Abend erreichten wir unser Etappenziel wieder wie gewohnt bei Dunkelheit - das Dorf Etoselov.  ...essen, trinken, schlafen... scheeen war´s, auch wenn´s mal wieder spät geworden ist!

Der nächste Tag sollte für mich der schönste aber gleichzeitig auch der härteste der gesamten Tour werden. Zunächst ging es am Morgen ganz entspannt nach Podgorica, der Hauptstadt  Montenegros. Dann über die „alte Landstrasse“ nach Kolasin, wo es unterwegs zur „spektakulären“ Flussdurchfahrt kam … (zu finden auch auf dieser Homepage unter „Videos“), wobei bewiesen wurde, dass (fast) die gesamte KTM-Modellpalette mindestens bis zur Sitzbank unterwassertauglich ist.
Wieder am trockenen Ufer gelandet, führte uns der Weg zu einem kleinen „Berggasthaus“. Der Wirt, der uns eine Wanderkarte verkaufte, war der Überzeugung, mit unseren Motorrädern die Wanderwege entlang zu fahren, sei ein Riesenspaß! War es auch.... Allerdings war es eine der härteren Offroadpassagen. Wir fuhren durch Gegenden, die man sonst nur als Wanderer zu sehen bekommt - die jedenfalls konnten nicht so recht verstehen, was wir mit unseren Bikes dort oben suchten.
Im Anschluss an unsere rasante „Wanderung“ fuhren wir weiter  durch den  Tara-Canyon zurück in den Durmitor Nationalpark. Nach einem kurzen Tankstop in Zabljak, der mit 1.400m ü. NN  höchsten Stadt Montenegros, kam die anstrengendste Offroadetappe der gesamten Tour. Über kopfgroße Steine und steile Hänge durchquerten wir das Schlangental. (Erzberg ist ein Scheißdreck dagegen) Aber geil war´s. Und auch dem Schafhirten auf seinem Apfelschimmel haben wir gezeigt, was geht.  An diesem Abend gab es bei unserem Freund, dem „Partisan“, nochmal feinsten Lammbraten bis zum Abwinken - aber diesmal mit Slivovic. Selbst denjenigen, die schon ein oder mehrmals mit Rene auf Tour waren, fiel auf, dass die Etappen diesmal um einiges heftiger waren als sonst. Nun kam es raus: so ganz nebenbei erzählte er uns, dass er die Gelegenheit dieser gemischten Truppe gleich nutzt, um die Strecke der nächstjährigen Extremtour anzutesten. Hauptgewinn?! Ich meine: „ja“!


Am nächsten Morgen verließen wir bei feinstem Sonnenschein den Durmitor Nationalpark, um eine entspannte Etappe in Richtung Mostar zu fahren. Nach unzähligen Kurven kamen wir an einen kleinen verschlafenen Grenzposten mit einem kleinen unfreundlichen Grenzpolizisten, welcher uns zunächst die Ausreise aus Montenegro verweigerte. Es bedurfte einiger Diskussion und ca. einer Stunde Formalitäten, um aus seinem Land ausreisen zu dürfen. Sein ebenso unkooperativer Kollege auf der bosnischen Seite verwehrte uns die Einfahrt in sein Land. Hier halfen weder Diskussion noch sonstige Angebote, uns blieb nur noch der direkte Rückweg.

Aufgrund des großen Zeitverlustes mussten wir nun ganz schön angasen, um im Hellen in Mostar anzukommen - schließlich war ja Wellnesstag angesagt.
Endlich angekommen in Mostar! Luxusunterkunft, Dusche, kaltes Bier! Danach ging es zu Fuß in Richtung Stari Most, der wohl bekanntesten (und schönsten) Brücke vom ganzen Balkan. Einst von Christen und Moslems als Zeichen der Versöhnung über den Fluss Neretva errichtet, wurde sie 1993 im Balkankrieg sinnlos zerstört. Mit internationaler Hilfe wurde sie 2004 wieder aufgebaut und ist abermals das Wahrzeichen der Stadt.
Mostar selbst hat aber noch viel mehr zu bieten. Mit seinen unzähligen Minaretten und Kirchen und einer wunderschönen Altstadt, ist es gerade bei Nacht eine der schönsten Städte auf dem Balkan.

Der vorletzte Fahrtag führte uns durch das bosnische Hinterland, vorbei an einigen unschönen Erinnerungen des Krieges, wieder nach Kroatien. Dort ließ das nächste Highlight nicht lange auf sich warten – der Mali Alan Pass. Die zu 100% aus Schotterpiste bestehende Strecke verbindet das kroatische Bergland mit der Küste. Leider waren auch hier noch Überreste eines sinnlosen Krieges sichtbar. Ein Verlassen des Weges, zu welchem Zweck auch immer, war nicht zu empfehlen, da die Gebiete links und rechts der  Strecke noch vermint waren. Die Abfahrt  führte uns dann an die kroatische Adriaküste bis nach Karlobag, wo wir einmal mehr im Hellen in unserem Hotel ankamen.


Am nächsten Morgen brachen wir zur letzten Etappe unserer Balkantour auf. Durch zahlreiche Kurven ging es die Küstenstraße entlang bis nach Rijeka - vorbei an der Werft und mitten durchs Zentrum. Wir durchquerten Istrien und erreichten Slowenien, wo alle Tiere mit Fell wieder hinter Weidezäunen standen - und nicht mehr mitten auf der Straße :) Durch Nova Gorica mit seinen vielen Weinbergen und Burgen hindurch steuerten wir den Vrsic-Pass an, welcher uns ins Sociatal führte.
Noch schnell ein Bad im gefühlten 2cm kalten Wasser der Socia  und weiter ging es über den Wurzenpass zurück nach Villach. Dort gab es wegen eines größeren Treffens von Indianermopedfahrern am Faaker See keine einzige feste Übernachtungsmöglichkeit. Kurz entschlossen verluden wir - nach exakt 3.051 gefahrenen Kilometern - unsere Bikes auf den Hänger, und fuhren direkt heim ins Erzgebirge.

Euer Kay


Fazit: Weltklasse, zum mitmachen empfohlen!!!

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