Die
Balkan Extrem Tour war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Keine Ausfälle und fast durchweg schönes Wetter haben
neben dem sowieso garantierten Fahrspaß dazu beigetragen, dass diese Abenteuertour allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung
bleibt und vielleicht sogar Lust auf noch mehr macht.
Im Folgenden sind zwei Reiseberichte und auch zwei
Bildergalerien
zu finden. Viel Spaß beim lesen...
„Mit großer Erwartung habe ich meinem bislang größten
Motorradabenteuer entgegengefiebert. „Balkan Extrem“ – die Tour trägt nicht von ungefähr diesen Namen, denn
mehr als 2.500 km Wegstrecke in nur 6 Fahrtagen sind kein Pappenstiel. Täglich waren rund 400 bis 500 km
zurückzulegen.
Das klingt zunächst nicht viel. Bedenkt man jedoch, dass die Route nur über das Hinterland auf
schmalen
Verbindungsstraßen und endlosen Schotterpisten, die teilweise nicht breiter sind als ein PKW, entlang führte,
so kann man
sich vielleicht leichter ein Bild davon machen, was es bedeutet täglich 10 bis 12 Stunden bei voller
Konzentration im Sattel zu
sitzen.
Für mich war diese Tour etwas ganz besonderes,
denn ich kannte die Balkanländer
bislang nur aus der Sicht des durchschnittlichen Pauschaltouristen, der vom Reiseleiter mit
stetem Blick auf die Uhr lediglich durch die
obligatorischen Touristenzentren gehetzt wird und dem die eigentlichen Reize der
bereisten Länder verborgen bleiben.
Die
Balkan Extrem Tour war für mich eine einzigartige Gelegenheit, durch
entlegene Dörfer zu fahren, bildschöne Landschaften
zu bewundern und gleichzeitig auch meine eigenen Grenzen zu
erfahren.
Man schwelgt im Angesicht der atemberaubenden Panoramen, die
sich einem hinter jeder Kurve bieten, in schier
endloser Zufriedenheit und Bewunderung über das, was die Natur hervorzubringen in
der Lage ist und fragt sich im
nächsten Moment, wenn man hart am Abgrund auf unbefestigter Schotterpiste dahindriftet, warum man
sich das alles eigentlich
antut. Ein kleiner Fahrfehler und alles ist vorbei…Doch es geht immer weiter.
Getrieben von der
Neugier, was einen
hinter der nächsten Biegung oder Erhebung erwartet, welche neuen Eindrücke und
„Überraschungen“ einen
erwarten, strebt man stetig vorwärts, so lange, bis man das Tagesziel erreicht hat.
Es ist erstaunlich wie viele Naturwunder und Sehenswürdigkeiten man in so
kurzer Zeit anfahren kann. Die Plitvicer Seen, die Stadt Mostar mit der „Alten Brücke“, Dubrovnik, der Durmitor
Nationalpark, die Tara Schlucht, der Sveti Rock Pass, der Scutari See sowie die große Hochebene in Bosnien seien hier nur
beispielhaft genannt. Die Abfahrt aus 1.600 m Höhe in die Bucht von Kotor war ebenfalls ein Erlebnis, was mich besonders gefesselt
hat. Man sieht tief unter sich, am Ende der fast 30 km langen, von hohen und sehr steilen Bergflanken gesäumten, stark
gewundenen fjordartigen Bucht der südöstlichen dalmatinisch-montenegrinischen Adriaküste, die Stadt Kotor unter
sich
liegen und fährt dann über schier endlose Serpentinen auf der sich eng an den Fels schmiegenden
Gebirgsstraße hinunter
bis auf Meeresspiegelhöhe. Im Gegenzug trifft man in 2.000 m Höhe noch auf derartige
Schneemengen, dass ein Weiterkommen nur
durch schmale freigefräste Durchgänge möglich ist, die von über 2 m
hohen Schneewänden links und rechts
des schmalen Bergpfades gesäumt sind. Selbst Bären kann man hier in
freier Wildbahn antreffen. Wir hatten das Glück, eine
Bärin mit ihren 2 Jungen beobachten zu können –
selbstverständlich mit respektvollem Abstand.