KTM Zweiradcenter-Bernhardt „Abenteuertour" 2007
Navigation

Kontakt

Online-Shop

Zweiradcenter Bernhardt Online-Shopping
Hier gibts 200 Euro!

Diese Straße war in der Karte als normale Landstraße eingezeichnet! Über der Baumgrenze hörte es auf zu regnen und die Sichtweite lag teilweise unter 10 Meter. Bei 1988 Höhenmeter, gegen 17.00 Uhr, befanden sich die Beiden mitten in den Wolken. Die Piste verkam zu einem Hohlweg, der teilweise mit Schnee zugeweht war, abseits des Weges war ein Weiterkommen ebenfalls unmöglich. Hier erreichten auch die zwei Lößnitzer ihre Leistungsgrenze, so dass schließlich beschlossen wurde, umzukehren. Mit letzter Kraft, immer im Stehen fahrend, teilweise im Schritttempo, den Blick immer am Lenker vorbei auf den Straßenrand gerichtet, erreichten sie endlich wieder bewohntes Gebiet. Natürlich war es inzwischen dunkel, über 30 Kilometer fuhren die KTM nicht schneller als 10 km/h. 

Karpaten: Tourabbruch wegen Nebel
Karpaten: Tourabbruch wegen Nebel
Rumänien: Traumhafte Natur in den Karpaten
Rumänien: Traumhafte Natur in den Karpaten

Wer so eine Tortur hinter sich hat, kann natürlich eine Belohnung erwarten. Für Andy und René war dies ein gemütliches Hotel mit einem kräftigen Abendbrot und Bier. Das sie dabei von hübschen Mädchen bedient wurden, die wohl aus Freude über die Abwechslung die die beiden Motorradfahrer brachten, sogar noch ein Tänzchen zum Besten gaben, machte den Tagesausklang noch schöner.

 

Auf der weiteren Fahrt wurde zunächst Serbien inklusive der Hauptstadt Belgrad durchfahren, Land und Leute wurden wieder europäisch. Mitten in Belgrad begegneten die KTM Fahrer einem einheimischen KTM Piloten, der an einer Ampelkreuzung stolz seine Adventure zeigte.

Nach einem kurzen Stück Kroatien war Bosnien nächste Station auf der Reise durch zwölf Länder. Hier leben zu 80 Prozent Moslems. Vieles, wie zahllose Moscheen, erinnert eher an arabische Länder als an Europa. Sehr bunt zeigte sich die Bevölkerung, verschleierte Frauen, aber auch europäisch, modern gekleidete Mädchen im Minirock, Bettler und Männer mit Kriegsverletzungen bestimmten das Straßenbild. Beklemmend war der Anblick der vielen Kriegszerstörungen, die das Land immer noch prägen. Wobei alle Menschen einmal mehr sehr freundlich und hilfsbereit waren. Hier in Bosnien mussten die zwei Fernreisenden zum ersten Mal ihren Führerschein bei einer Polizeikontrolle vorzeigen.

Der Weg führte weiter nach Kroatien, für René und Andy quasi die zweite Heimat, denn seit 1997 veranstaltet der KTM Händler geführte Touren in dem Land. Trotz einer guten Ortskenntnis fanden die Zwei eine ihnen unbekannte Passstraße, die noch einmal mit einer kurvenreichen Schotterpiste auf 1170 Metern Höhe führte. Dort lagen noch Schneereste vom ersten Wintereinbruch, aber bald öffnete sich der Blick zum strahlend blauen Himmel über der Adria. In Porec gönnten sie sich bei Freunden einen Tag Ruhepause zum entspannen in dem idyllischen Ferienort. Das war nötig, denn der erste Ruhetag in Odessa war mit Stadtbesichtigung eher anstrengend gewesen. Und die bisherigen Tagesetappen, im Durchschnitt 475 Kilometer pro Tag waren meist richtig anstrengend gewesen, auch wenn die Eindrücke, die unberührte, wildromantische Landschaft und die freundlichen Kontakte zu den Menschen die Strapazen mehr als wettmachten.

Auf der Fahrt zum nächsten Etappenziel, der Motorradmesse in Mailand, konnten die KTM so richtig fliegen. Auf den gut ausgebauten Straßen in Istrien fuhren René und Andy die Reifen bis an die Profilgrenze herum ­ Schräglagen, die bisher auf der Tour nicht möglich waren. Die Messe in Mailand war noch einmal anstrengend, zumal sich ein bezahlbares Zimmer erst 40 Kilometer von Mailand entfernt finden ließ. Die Präsentation des KTM Superbikes RC 8 ließ sich der KTM Händler natürlich nicht entgehen.

Eine letzte Station wurde in der Schweiz gemacht, bei der Fahrt durch den Gotthardtunnel herrschten auf der südlichen Seite 15 Grad über null. Nach 19 Kilometer auf Schweizer Seite empfingen die beiden Osteuropafahrer Schneegestöber und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das erinnerte die Beiden daran, dass November war!

Ein schönes Erlebnis hatten die beiden Motorradfahrer auf einem Parkplatz in der Schweiz, als sie von einem Ehepaar spontan mit Kaffee aus dem Wohnmobil versorgt wurden. Ein anderer Schweizer informierte über sämtliche Blitzer und Radarfallen. Für die letzte Etappe von Bern nach Lößnitz wurde die Autobahn unter die Räder genommen. 700 Kilometer am Stück waren fast anstrengender, als die Schotteretappen auf den maroden Balkanpisten, meinte Andy.

Nach 16 Tagen und 6588 abwechslungsreichen Kilometern erreichten die zwei Abenteurer wohlbehalten das heimatliche Lößnitz im Erzgebirge.

Am Ende des Berichts soll noch der Ausrüstung Aufmerksamkeit geschenkt werden. Als fahrbarer Untersatz sind für eine Tour durch den "Wilden Osten" von Europa Reiseenduros erste Wahl. Fahrwerke mit großer Bodenfreiheit, durchzugsstarke Motoren mit viel Drehmoment und robuste Technik sind unabdingbar, ebenso wie Bereifung, die auch für Geländeetappen taugt. Nachgerüstet wurden an den KTM Scotoiler für die Kettenschmierung, so dass die Kette auf der ganzen Strecke weder nachgespannt noch gereinigt werden musste. Ebenso war der Ölverbrauch gleich null, wie sich die gesamte Technik als absolut zuverlässig heraus stellte. Natürlich behandelten beide Fahrer ihr Reisegerät sorgfältig, dazu gehört das Warmlaufen lassen am Morgen. Selbstverständlich wurde, bis der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hatte, auf das "Heizen" verzichtet.

Hochwertige, wasserdichte Fahrerkleidung, Integralhelm, Endurostiefel, dazu wasserdichte Überzieher für die Stiefel sind für das Wohlbefinden unverzichtbar. Das René Bernhardt bei vielen Dingen auf Originalzubehör von KTM setzt, hat nicht nur mit seiner Tätigkeit als KTM Händler zu tun. Er ist auch von Passform der Kofferträger und Seitenkoffer restlos überzeugt. Was ihn nicht abhält, auch selber nützliche Kleinigkeiten für die große Tour zu entwickeln, wie einen Heckträger, der in Form von zwei Rohren eine breite, sichere Auflage für Gepäck hat und gleichzeitig in den Rohren Platz für Kleinigkeiten, wie Zeltstäbe und Häringe bietet.

Zuverlässig funktionierten die Garmin Navigationssysteme, dem aus oben genannten Gründen nur einige Male die Koordinaten ausgingen Die Helmsprechanlagen von Interfon und die Heizhandschuhe von Baehr erfüllten ihren Zweck vorbildlich. Wobei Letztere für Reisen zu dieser Jahreszeit nahezu unumgänglich sind.

Wenn der Leser der Meinung ist, dass Vater und Sohn Bernhardt nun erstmal genug von Schotter und fremden Ländern haben, liegt falsch. Auf den Geschmack gekommen, sind Touren weiter nach Osten geplant, ebenso geführte Touren in die Balkanländer. Frei nach dem Motto: Die friedliche Eroberung des Osten auf dem Motorrad ­ ein Beitrag zur Völkerverständigung!

Der Autor ist Claus Uhlmann und die Fotos sind von René und Andy Bernhardt




(Seiten: 3) erste Seite ... vorherige « 1 2 [3]


Modelle

Unser Highlight

450 Adventure X-treme

Faszination Langstrecke